akkordeon.online präsentiert Akkordeonale 2026
Der Grieche Dimos Vougioukas kam schon früh mit seinem Instrument in Kontakt. Spezialisiert hat er sich heute auf die Musik seiner Heimat und vom vielfältigen Balkan.
Text: Wolfgang Weitzdörfer
Ein wenig war es bei Dimos Vougioukas Liebe auf den ersten Blick. Der griechische Musiker kam schon in sehr jungen Jahren zu seinem Instrument. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zum ersten Mal auf einem Akkordeon gespielt habe“, berichtet er schmunzelnd. Damals war er gerade einmal neun Jahre alt. Ohne diese erste Begegnung in seiner heimischen Umgebung verklären zu wollen, muss sie wohl auf eine Art besonders gewesen sein. „Ich war gleichermaßen aufgeregt und unruhig, als ich es in die Hand nahm und zum ersten Mal Töne und Klänge damit produzierte“, fasst der Künstler das aus seiner Erinnerung in Worte. Es ist der Beginn einer bis heute andauernden Leidenschaft und Liebe, wie er ergänzt: „Ich wusste von diesem ersten Augenblick an, dass ich es weiter spielen wollte.“
Ein einzigartiger Klang
Zwei Jahre später lernt er Akkordeon am Konservatorium von Vólos, einer Hafenstadt in Thessalien. Er schließt dort mit Auszeichnung ab, sein Weg in die Musik ist quasi vorgezeichnet. „Ich bin mit absoluter Leidenschaft Musiker, schon seit damals. Vor allem natürlich, wenn ich das Akkordeon spiele“, stellt er fest. Und fügt hinzu, dass er neben der Musik in der Organisation von Events und im Rahmen weiterer kreativer Unternehmungen aktiv ist. „Ich liebe es, wenn ich neue Erfahrungen machen kann und dabei bestenfalls noch andere und für mich neue Kulturen kennenlerne“, so der Künstler.
„Neben den tiefen Gefühlen in der Musik aus Griechenland, vom Balkan und im Tango liebe ich daran die vielen Geschichten, die von ihr transportiert werden.“
Was genau es war, was ihn als Jungen so am Akkordeon fasziniert hat, dass er es nicht mehr aus der Hand legen wollte, weiß er gar nicht mehr so genau. Wohl aber, was es ist, das ihn daran bis heute fasziniert: „Es ist natürlich dieser absolut einzigartige Klang! Aber genauso die Tatsache, dass man damit sowohl Melodien als auch Harmonien spielen kann und das sogar gleichzeitig. Ich kann mich erinnern, dass ich von Beginn an eine besondere Beziehung und Anziehung gespürt habe, die vom Akkordeon ausging. Ich weiß, dass ich damals schon gesagt habe, dass ich mich diesem Instrument widmen wollte.“
Besagtes Instrument dieser jungen Jahre ist noch dazu ein Familienerbstück, wie der Grieche beschreibt: „Meine Großmutter hatte das Instrument gekauft, es war also bereits bei uns zu Hause.“ Irgendwann hat er es entdeckt und ausprobiert. „Ich habe es in die Hand genommen und war direkt fasziniert davon. Meine Familie hat mich dann ermutigt, es zu lernen, vielleicht auch, weil es eben schon da war“, berichtet er lachend. Wie so manches Mal hat die Welt also einen großartigen und innovativen Musiker einer Großmutter zu verdanken, und einem talentierten Jungen, der sich nicht davor scheute, den fraglos vor allem am Anfang steinigen Weg des Musikkonservatoriums zu beschreiten.
Begegnung der Musikkulturen
Mit den Jahren spezialisiert sich Vougioukas weiter. „Meine Musik ist die aus meiner Heimat Griechenland, aber auch aus der gesamten Balkanregion“, stellt er fest. Und erklärt genau, warum er sich dafür entschieden hat: „Sie ist ganz einfach Teil meiner Wurzeln und meiner Kultur. Diese alten und neuen Melodien tragen so viele Gefühle und Traditionen in sich, die ich mit meinem Akkordeon mit möglichst vielen Menschen teilen möchte. Ich spiele auch sehr gerne Tango auf einem Bandoneon, weil mit dieser Musik zwar ganz andere, aber genauso viele und besondere Gefühle transportiert werden. Außerdem kann ich hier mal etwas stilistisch ganz anderes ausprobieren und erforschen, das ist immer eine Herausforderung und sehr besonders.“
„Für mich bringen die unterschiedlichen Aspekte gleichermaßen Freude, das Spielen natürlich, aber auch das Arrangement oder das Komponieren.“
Für den Griechen zählt dabei das alte Motto: „It’s the story, not the one who tells it“ oder im Deutschen: „Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler“. „Neben den tiefen Gefühlen in der Musik aus Griechenland, vom Balkan und im Tango liebe ich daran die vielen Geschichten, die von ihr transportiert werden. Jedes einzelne Lied verbindet die Menschen, weckt Emotionen in ihnen und erschafft so eine besondere Beziehung und ein gemeinsames Erlebnis, das man miteinander teilen kann und für das man gar keine Worte braucht“, formuliert er das. Das hängt sicherlich mit dem Moment zusammen, wenn der Ton des per Luftstrom gespielten Instruments entsteht. „Nostalgie, pure Nostalgie“, sei das, sagt er, „hoch lebendig und zutiefst persönlich“.
Fraglos ist der Grieche ein Vollblutmusiker, der jede Gelegenheit nutzt, um seiner Leidenschaft nachzugehen. „Ich spiele gerne solo, liebe es aber genauso mit anderen Musikern im Ensemble zu spielen. Für mich bringen die unterschiedlichen Aspekte gleichermaßen Freude, das Spielen natürlich, aber auch das Arrangement oder das Komponieren. Sie alle sind gleichermaßen erfüllend für mich und komplettieren meine musikalische Reise durch mein Leben“, resümiert er. Bei Livekonzerten ist ihm besonders der Kontakt zum Publikum wichtig: „Ich versuche immer, direkt mit den Menschen vor der Bühne eine Verbindung herzustellen.“ Beim Komponieren und Arrangieren hingegen erlebt der Künstler eine ganz besondere Form der Freiheit: Die des Erschaffens und Formens von Musik.
Aufmacher:
Mediales:
Online: https://www.youtube.com/channel/UCu4C1B0ldytv-gb-p13VsKg








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